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Wie werte ich Literatur aus (exzerpiere) und wie zitiere ich korrekt (Zitieren)?

Teil 5 – Wissenschaftliches Arbeiten – Tipps, Hilfe

 

Wie werte ich Literatur aus (exzerpiere) und wie zitiere ich korrekt (Zitieren)?

Wenn man die Literatur zusammengetragen hat, die man als für das Thema geeignet identifizieren konnte, kommt der nächste schwierige Schritt: Man muss die darin enthaltenen Informationen so zusammenfassen, dass sie eine neue, eigene Argumentation ergeben, die das gewählte Thema sachkundig und schlüssig behandeln. Auch das korrekte Zitieren spielt eine wesentliche Rolle.

→ Exzerpieren (Auswertung von Literatur)

Dazu muss man als erstes die relevanten Informationen herausziehen, d.h. die Texte exzerpieren. Dabei sollte man darauf achten, den entsprechenden Sachverhalt direkt in eigenen Worten auszudrücken und die Herkunft der Idee, d.h. den Literaturverweis (mit Seitenangabe!, siehe Zitieren), festzuhalten. Das hat die Vorteile, dass man sicherstellt,

  • den Gedankengang auch verstanden zu haben,
  • kein ungewolltes Teilzitat einzubinden und damit Plagiat zu begehen,
  • selbst noch einmal schnell nachlesen zu können, wenn man zu einem späteren Zeitpunkt zu einem Aspekt noch Zweifel oder Nachfragen hat.

Besonders griffige Textstellen oder Definitionen, die man so treffend findet, dass man nicht wüsste, wie man es knapper und genauso gut ausdrücken könnte, schreibt man sich am besten erst einmal als Originalzitate heraus (ebenfalls mit Angaben zu Autor , Jahr und Seitenzahl) und markiert sie als solche. Das hält einem die Option offen, entweder das ganze Textstück im Originalwortlaut einzubinden (s. Originalzitat) oder es durch entsprechende Modifikationen (s. Modifiziertes Zitat) in den eigenen Textfluss einzupassen.

→ Paraphrasieren (Umschreibung von Sachverhalten)

Entscheidet man sich dafür, das, was man gelesen hat, in eigenen Worten wiederzugeben, d.h. zu paraphrasieren, genügt es nicht, ein paar Artikel oder Einzelwörter zu verändern oder die Satzordnung abzuändern. Im Gegenteil führt dies nicht selten dazu, dass der Sinn entstellt und damit die Quelle misinterpretiert wird. Besser ist es, man macht sich Stichpunkte zu den Kernaussagen, die man dann, wenn es an die Redaktion des Textes geht, so versprachlichen und mit – ebenfalls ausgewiesenen selbst versprachlichten oder zitierten – Argumenten aus anderen Werken kombinieren kann, dass eine eigene Darstellung daraus entsteht.

Hinsichtlich der Quellengenauigkeit ist hierbei nur darauf zu achten, dass auch bei der Paraphrase die Herkunft vollständig, d.h. inclusive der Seitenzahl angegeben werden muss. Die Tatsache, dass es sich um eine Paraphrase (und nicht um ein Zitat handelt) wird dann daran deutlich, dass man den Zusatz s. für siehe vor die Angaben stellt.

→ Zitieren (korrekte Zitation, Zitierregeln)

Entscheidet man sich dagegen fürs Zitieren, hat man folgende Verwendungsmöglichkeiten:

Originalzitat (wortwörtliches Zitat, direktes Zitat)

Hier wird ein ganzer Satz oder eine Satzabfolge übernommen, ohne irgendetwas zu verändern.
Liegt im Originalwortlaut dabei ein Tippfehler oder grammatischer Fehler vor, markiert man das durch den nachgestellten Vermerk [!] oder [sic!]. Ältere Rechtschreibung bei Werken aus der Zeit vor der letzten Reform dementsprechend zu kennzeichnen ist eigentlich überflüssig, da es sich aus der Sache ergibt. Um jedoch dozentenspezifische Vorlieben zu berücksichtigen, lieber noch einmal abklären, bevor man loslegt.

Ist das Zitat länger als drei Zeilen, wird es eingerückt, die Schriftgrüße um 1pt verringert und die Anführungsstriche („…“) entfallen.

Die Angabe zum Herkunftswerk erhält keine Zusätze wie s. oder vgl.

Teilzitat

Beim Teilzitat baut man nur ein Stück eines Satzes in den eigenen Satz ein, doch auch dieses Stück muss mit Anführungsstrichen und der Angabe zur Herkunft wie ein Vollzitat gekennzeichnet sein.

Modifiziertes Zitat (sinngemäßes, indirektes Zitat)

Hier wird wie beim Teilzitat ein Satzstück übernommen, es müssen jedoch orthografische und/ oder grammatische Anpassungen vorgenommen werden, damit der ganze Satz weiterhin stimmig ist.

Diese Veränderungen werden durch eckige Klammern gekennzeichnet, also z.B. …stellt „ein[en] Auftrag dar, der…“.

Müssen für die Anpassung Schriftzeichen oder ganze Teilstücke ausgelassen werden, werden die entfernten Zeichen durch […] repräsentiert, z.B. …, dass […][d]as Change Management […]sicher{stellt], dass eine formelle Freigabe durch die Anwender vorliegt“ (http://webuser.hs-furtwangen.de/~kaspar/seminar0405/ReleaseManagement_ausarbeitung.pdf, p. 7).
Auch hier zeigen Anführungsstriche und eine Quellenangabe ohne s./vgl. an, dass zitiert wurde.

→ Weitere Basisregeln

 

Harvard System oder traditionelle Zitierweise (Deutsche Zitierweise)

  • Beim Harvard System werden direkt im Text der Name des/der Autors/Autoren, die Jahreszahl der Publikation und die Seitenzahl in runden Klammern nach dem Zitat oder der Paraphrase angegeben, z.B. (s. Kleinschmidt 2011: 13). Im Literaturverzeichnis folgt dann logischerweise auf den vollen Namen des Autors direkt das Jahr, bevor Angaben zu Titel, Publikationsort etc. folgen (Kleinschmidt, Andreas (2011): Das Zitat als Intertext, Berlin. )
  • Beim traditionellen Zitieren (Deutsche Zitierweise) wird eine Fußnote eingefügt, die bei der ersten Erwähnung die volle bibliographische Angabe mit Seitenzahl enthält und bei den folgenden Verweisen nur noch den Autorennamen mit Kurztitel und Seitenangabe aufführt.

1 Kleinschmidt, Andreas: Das Zitat als Intertext, Logos Verlag, Berlin, 2011, S. 13.
9 Kleinschmidt, Andreas: Das Zitat, S. 29.

Auf die Frage, welches System besser ist, muss man zurückfragen, welche Konvention die Fakultät, der Fachbereich oder der Prüfer wünscht. Liegt hier keine Präferenz vor, kann das Harvard System als ökonomischer empfohlen werden.

Wissenschaftliches Arbeiten – Schreiben einer Abschlussarbeit

Wissenschaftliches Arbeiten

Wenn man eine Hausarbeit, Seminararbeit, Projektarbeit oder Bachelorarbeit, Masterarbeit oder gar Doktorarbeit/ Dissertation schreiben möchte (oder muss ;-)), lohnt es sich, sich bereits im Vorfeld ein paar Gedanken dazu zu machen, wie man diese Aufgabe am besten angeht (wissenschaftliches Arbeiten). Denn auch wenn man eher der intuitiv-pragmatische Typ ist, der als Thema das annimmt, was ihm angeboten wird (und nicht allzu kompliziert klingt) und aus dem Material, was leicht zugänglich ist, etwas macht, kommt man um ein gewisses Maß an Organisation nicht herum, will man nicht Gefahr laufen, am Ende in Zeitnot zu geraten und eventuell gar nicht mehr fertig zu werden oder qualitativ weit unter den Möglichkeiten zu bleiben.

Die folgenden Kapitel zum wissenschaftlichen Arbeiten fassen viele grundlegenden und speziellen Fragen und Antworten zusammen, der sich Studenten und Doktoranden oft stellen, wenn Sie eine Hausarbeit, Seminararbeit oder Projektarbeit anfertigen müssen oder wenn Sie ihre Abschlussarbeit (Bachelorarbeit, Masterarbeit, Magisterarbeit, Diplomarbeit) oder Dissertation (Doktorarbeit, Promotion) schreiben möchten. Wissenschaftliches Arbeiten wird an den Hochschulen leider noch immer viel zu stiefmütterlich behandelt und viele Studenten fühlen sich nicht ausreichend vorbereitet und schlicht überfordert, wenn es um die Erstellung der Abschlussarbeit geht.

Wie sollten die folgenden Texte (Tipps, Hinweise zu typischen Fehlern, Stolperfallen) zum Thema “Wissenschaftliches Arbeiten” gelesen werden? Je nach fehlender oder vorhandener praktischer Erfahrung sollte endweder der gesamte Text gelesen werden (Dauer: etwa eine Stunde) oder nur die Teile, die noch Probleme machen.

Der folgende Überblick liefert eine Gliederung mit verlinkten Kapiteln.

Wissenschaftliches Arbeiten – Tipps, Hilfe, Fragen und Antworten

1. Wie organisiere und schreibe ich eine wissenschaftliche Arbeit?

  • Aufgepasst bei der Themenauswahl
  • Wofür brauche ich wieviel Zeit? (Zeitplanung)
  • Wie organisiere ich das gefundene Material? (Organisation, Aufbau, Gliederung)

→ Einleitung (Problemstellung, Motivation)
→ Theorieteil (Grundlagen, Methoden, Theorie)
→ Analyseteil (eventuell empirischer Teil)
→ Fazit oder Schlussteil

  • Was ist bei der Sprache zu beachten? (Schreibstil, Wissenschaftliches Schreiben)

2. Wie suche ich am besten nach Literatur? (Literaturrecherche)

  • Vorgliedern (Grobgliederung)
  • Suchkanäle eruieren (Wo kann gesucht werden, Quellen, Literatur)
  • Suchmethoden

→ Schlüsselwortsuche
→ Schneeballsystem

  • Generelle Tipps

3. Wie werte ich Literatur aus (exzerpiere) und zitiere korrekt?

  • Exzerpieren (Auswertung von Literatur)
  • Paraphrasieren (Umschreibung von Sachverhalten)
  • Zitieren (korrekte Zitation)

→ Originalzitat (wortwörtliches Zitat, direktes Zitat)
→ Teilzitat
→ Modifiziertes Zitat (sinngemäßes, indirektes Zitat)

  • Weitere Basisregeln

→ Harvard System oder traditionelle Zitierweise (Deutsche Zitierweise)
→ Übliche Abkürzungen (Beispiele)

Hinweis

Nutze bei Interesse einfach unsere wissenschaftlichen Dienstleistungen, die speziell auf Studenten und Doktoranden ausgerichtet sind. Wir haben viele Jahre Erfahrung bei der Betreuung von Hausarbeiten, Seminararbeiten, Projektarbeit sowie von Abschlussarbeiten (Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Masterarbeit, Doktorarbeit, Dissertation) und helfen jährlich mehreren tausend Studenten und Doktoranden mit der sprachlichen Optimierung (wissenschaftliches Lektorat, Korrekturlesen, systematisches Umschreiben ganzer Texte und Arbeiten, Plagiatsprüfung (Plagiatcheck), Übersetzung von Abstract (Zusammenfassung, Management Summary → in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch)), der Formatierung (Layout) oder einer Audio-Transkription (z.B. von Interviews, Sprachaufnahmen). Alle unsere Services sind übrigens auch im Express buchbar, also z.B. über Nacht, übers Wochenende, über Feiertage oder innerhalb von 12h, 24h, 48h, je nach Umfang und Aufwand.

Bachelorarbeit schreiben – Bachelorthesis erstellen – Hilfe, Tipps, Anleitung

Eine Bachelorarbeit schreiben

Im Folgenden wird über mehrere Teile beschrieben, wie eine Bachelorarbeit (Bachelorthesis) Step-by-Step geschrieben wird, praktisch eine Anleitung zur Erstellung einer Bachelorarbeit. Es wird auch beleuchtet, welche typischen Fehler bei der Erstellung einer Bachelorarbeit gemacht werden, um diese vermeiden zu können. Du erhältst somit Hilfe und wertvolle Tipps und eine Orientierung bei der Planung und Umsetzung Deiner Bachelorarbeit. Wir möchten Dir helfen, Dir unsere Erfahrung aus der Betreuung vieler tausender Abschlussarbeiten weitergeben und die uns oft gestellte Frage beantworten “Wie schreibe ich eine Bachelorarbeit?” (→ Hilfe, Tipps und Betreuung bei der Erstellung/ beim Schreiben einer Bachelorarbeit)

Gliederung (Wissenschaftliches Arbeiten)

Wähle einfach aus den folgenden Punkten den aus, der für Dich relevant ist. Solltest Du dich noch nicht intensiv mit dem Thema “wissenschaftliches Arbeiten” beschäftigt haben, solltest Du einfach ganz vorne, also bei “Wie organisiere und schreibe ich eine wissenschaftliche Arbeit?” anfangen. Es wird vielleicht ein bis zwei Stunden dauern alles durchzugehen und zu verstehen, wird Dir aber sehr viel Zeit und typische Fehler bzw. Fallen ersparen helfen.

1. Wie organisiere und schreibe ich eine wissenschaftliche Arbeit?

  • Aufgepasst bei der Themenauswahl
  • Wofür brauche ich wieviel Zeit? (Zeitplanung)
  • Wie organisiere ich das gefundene Material? (Organisation, Gliederung)

→ Einleitung
→ Theorieteil
→ Analyseteil
→ Fazit oder Schlussteil

  • Was ist bei der Sprache zu beachten? (Wissenschaftliches Schreiben)

2. Wie suche ich am besten nach Literatur? (Literaturrecherche)

  • Vorgliedern (Grobgliederung)
  • Suchkanäle eruieren
  • Suchmethoden

→ Schlüsselwortsuche
→ Schneeballsystem

  • Generelle Tipps

3. Wie werte ich Literatur aus (exzerpiere) und zitiere korrekt?

  • Exzerpieren (Auswertung von Literatur)
  • Paraphrasieren (Umschreibung von Sachverhalten)
  • Zitieren (korrekte Zitation)

→ Originalzitat (wortwörtliches Zitat, direktes Zitat)
→ Teilzitat
→ Modifiziertes Zitat (sinngemäßes, indirektes Zitat)

  • Weitere Basisregeln

→ Harvard System oder traditionelle Zitierweise (Deutsche Zitierweise)
→ Übliche Abkürzungen

Tipp

Wir können Dir im Übrigen natürlich auch jederzeit praktische Hilfe anbieten, z.B. bei der sprachlichen Verbesserung Deiner Arbeit (die meisten Studenten und Doktoranden nutzen unser wissenschaftliches Lektorat, einige auch das Korrekturlesen oder das systematische Umschreiben ganzer Sätze), der Überprüfung auf Plagiate (Plagiatsprüfung, Plagiatcheck), der Übersetzung von der Zusammenfassung (Abstract, Management Summary → Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch) oder ganzer Arbeiten und der Formatierung (Layout) Deiner Bachelorarbeit. Nutze unseren Express-Service, wenn Dir Dein Abgabetermin schlaflose Nächte bereitet.

Was eigentlich versteht man unter einem Plagiat?

Spätestens seit der „Plagiats-Affäre“ um den deutschen Ex-Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg geistert das Plagiat unaufhaltsam durch die Köpfe der Studenten, wenn es um die Verfassung von Bachelorarbeiten, Dissertationen, Hausarbeiten und anderen wissenschaftlichen Arbeiten geht. Man schreibt und schreibt und ist man schon fast am Ziel der Arbeit angelangt, greift die große Unsicherheit um sich.

Sind in meiner Arbeit vielleicht doch Plagiate versteckt?
Der Begriff Plagiat stammt aus dem Lateinischen (plaga: das Netz). Unter einem „Plagiarius“ verstand man im Römischen Reich einen „Seelenverkäufer“ oder „Menschenräuber“. Als Seelenverkäufer wurden Sklavenhändler bezeichnet, Menschen, die ein Netz auswerfen, um andere Menschen einzufangen und sie unter Anmaßung des Eigentums an ihnen weiterzuverkaufen.

Ähnlich einem derartigen Menschenräuber in unseren Vorzeiten bemächtigt sich der „Plagiator“ des fremden geistigen Eigentums, der Ideen anderer und maßt sich – wissentlich oder unwissentlich – unrechtmäßig die Autorenschaft an. Daher ist im Französischen mit „plagiaire“ der Dieb geistigen Eigentums gemeint.

Ein Urheberrecht gab es zwar in der Antike noch nicht, doch war schon damals das Plagiat geächtet. So soll der römische Dichter Marcus Valerius Martialis einen Kollegen, der seine Verse als die eigenen ausgegeben hat, als „plagiarius“ beschimpft haben.

Mittlerweile existiert ein Urheberrecht. Nach § 2 Abs. 2 UrhG sind „persönliche geistige Schöpfungen“ geschützt, weshalb das wissentliche und willentliche Plagiat, also die nicht durch Zitate gekennzeichnete Übernahme fremder Texte, eine Urheberrechtsverletzung darstellt. Wichtig zu wissen ist aber, dass auch derjenige, der ohne Vorsatz in seiner wissenschaftlichen Arbeit fremde Quellen ohne entsprechende Kennzeichnung übernimmt, nach allgemeiner Ansicht plagiiert und damit eine Aberkennung seiner wissenschaftlichen Arbeit riskiert.